11.01.2013 13:43

Mein Leben hängt von Ihrer Sensibilität ab

Letztes Jahr im Mai erkrankte die Mutter von zwei Kindern Ferah Güzel an einer Art von Krebs der Plasma Zytom, die Ärzte gaben geben ihr ein Jahr Überlebenschancen. Das Leben von Ferah Güzel hängt von der Sensibilität der Menschen ab. Für Ferah wird am 20.Januar in Hamburg Kampagne zur Gewebetypisierung organisiert.
Ferah Güzel (44 Jahre) lebtin Hamburg. Die Mutter von zwei Kinder aus Istanbul ist an einer seltenen Krebsform erkrankt, ihre Zellen greifen die Knochen an. Um ihre Gesundheit wiederzuerlangen braucht Güzel geeignete Stammzelltransplantation.

Am 20. Januar wird in Hamburg eine Kampagne gestart zur Typiesierung der Gewebezellen. Die Information erhalten wir von der Schwester Filiz Güzel. Wir verabreden uns dann mit Ferah Güzel um nähere Informationen zu bekommen in dem schönen Ortsteil von Altona, wo Ferah seit zwei Jahren in der Nähe des Hafens wohnt.

Trotz der Chemotherapie, in der sie hohe Dosen von Medikamenten erhält, so dass einem die Haare abfallen, steht Ferah Güzel aufrecht, als ob sie sagen will " Ich werde diese Krankheit besiegen". Wir sehen eine starke und selbstbewusste Frau vor uns, die sich nicht unterkriegen lässt. Unsere Befürchtungen, wir könnten sie mit unseren Fragen über ihre Krankheit traurig machen, erübrigt sich, sie beantwortet unsere vorsichtigen Fragen über die Krankheit mit einer Distanz wie die Ärzte.

"Nicht die Krankheit macht mich fertig, sondern die Unempfindlichkeit der Menschen"
Die Knochen von Güzel sind durch den Krebs sehr brüchig geworden, schon bei der kleinsten Unachtsamkeit brechen sie, daher kann sie auch die einfachsten Bewegungen nicht machen. " Ein Mensch, der vorher Salsa getanzt, Sport gemacht hat und eigentlich die Bewegung sehr mag, ist jetzt zur Unbeweglichkeit verdammt, das macht mich sehr traurig. Eine andere Traurigkeit von mir ist, dass die Menschen so Gleichgültig gegenüber der Gewebetypisierung-Kampagne sind. Wir haben an unsere Plakate über die Kampagne an alle Vereine und ZivilOrganisationen in Hamburg und Umgebung geschickt mit der Bitte um Verbreitung. Nur die Migrantenorganisation hat uns eine Antwort geschrieben. Mehr als die Krankheit macht mich diese Gleichgültigkeit traurig", sagte Güzel.

In ihrer Wohnung gibt sie uns in einem kleinen Zimmer mit hunderten Büchern ein Interview, dabei behält sie immer ein Lächeln, das sie trotz ihres harten Lebens bewahrt hat. Beim Fotografieren versucht sie zunächst dieses Lächeln zu unterdrücken und meint "Lasst mich nicht lachen, die Leser werden sie vielleicht falsch verstehen", aber dann ändert sie ihre Haltung und fängt wieder ganz aus dem Herzen zu Lachen. Sie sagt:" Im Gegenteil, ich mag es zu Lachen. Vielleicht werden die Menschen denken, dieses Lächeln soll überleben und werden sich an dem Gewebetypisierungskampagne teilnehmen. Ich brauche nämlich ihre Hilfe. Jeder Teilnehmer diese Kampagne ist für mich eine Hoffnung, damit meine Kinder nicht ohne eine Mutter aufwachsen müssen".

Die Kampagne über die Gewebetypisierung wird in der Stefan-Morsch-Stiftung, die von Anfang an Ferah Güzel unterstützt, am 20. Januar, an einem Sonntag zwischen 13.00-17.00 Uhr, in Westphalenweg 7, 20099 Hamburg stattfinden. Weitere Informationen sind unter der Internet-Adresse: www.sos-ferah.de erhältlicht.
Kemal DOĞAN Kamera Yakup ASKERZADEH - / HAMBURG / DHA